„Zeitgeist“ | Ausstellung „150 Jahre Schmuckdesign aus Idar-Oberstein “ erfolgreich zu Ende gegangen

Die Ausstellung „Zeitgeist | 150 Jahre Schmuckdesign aus Idar-Oberstein “, gemeinsam veranstaltet von der Fakultät für Kunst und Design sowie der Fakultät für Modekunst und -technik der Beijing Institute of Fashion Technology und organisiert vom China Lifestyle Design Research Institute, ging vom 22. bis 26. März an der Beijing Institute of Fashion Technology erfolgreich zu Ende.

Die Ausstellung wurde großzügig unterstützt vom Deutschen Verband für Immaterielles Kulturerbe und Angewandtes Design, der Bengel-Stiftung Deutschland, dem Deutschen Bengel Industriemuseum, der Deutschen Gemmologischen Gesellschaft, dem Deutschen Edelsteinlabor sowie der Beijing Taipu International Culture Co., Ltd. Gezeigt wurden kostbare Schmuckstücke im Art-Déco-Stil aus den 1920er- und 1930er-Jahren aus der Sammlung der Bengel-Stiftung und des Museums. Ergänzt wurde die Präsentation durch begleitende Videos, Entwurfszeichnungen und weitere Sammlungsobjekte. Sämtliche Exponate wurden erstmals in China gezeigt und an der Beijing Institute of Fashion Technology ausgestellt.

Die ausgestellten Werke veranschaulichen eindrucksvoll, wie technologische Innovationen, ästhetische Vorstellungen und gesellschaftliche Strömungen einer bestimmten historischen Epoche im tragbaren Kunstobjekt verschmelzen. Sie zeigen eindringlich, wie im Zeitalter der europäischen Art-Déco-Bewegung das Zusammenspiel von Technik und Kunst zur treibenden Kraft für Innovationen im Lebensstil wurde.

Die deutsche Stadt Idar-Oberstein ist seit Jahrhunderten ein bedeutendes Zentrum der Edelsteinbearbeitung und Schmuckherstellung. Im Zentrum dieser Ausstellung steht die Darstellung der außergewöhnlichen Kreativität, die in dieser Region insbesondere in der spannungsreichen „goldenen Epoche“ der frühen Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts – vor allem zwischen den beiden Weltkriegen – hervorgebracht wurde. Die Exponate erfassen die Essenz der Art-Déco-Bewegung in idealer Weise: kraftvolle geometrische Formen, stromlinienförmige symmetrische Strukturen sowie eine Würdigung von Geschwindigkeit und industrieller Ästhetik. Besonders hervorzuheben ist, dass sie anschaulich dokumentieren, wie Designer und Hersteller jener Zeit neue Materialien (wie verchromte Metalle und frühe Kunststoffe) sowie neue Fertigungstechniken aktiv aufgriffen, um den „modernen“ Stil zu vergleichsweise erschwinglichen Kosten aus elitären Salons in die aufstrebende städtische Gesellschaft zu übertragen.

Diese Ausstellung ist weit mehr als eine Präsentation der Entwicklung des Schmuckdesigns – sie stellt eine komprimierte Geschichte des „Zeitgeists“ dar. Jedes Collier, jedes Armband und jedes Accessoire spiegelt die Sehnsucht der deutschen Nachkriegsgesellschaft nach der Schönheit eines modernen Lebens wider. Systematisch zeigt die Ausstellung, wie die Werkstätten in Idar-Oberstein die lokale Tradition der Edelsteinverarbeitung mit der globalen Strömung des Modernismus verbanden und dabei eine einzigartige Balance zwischen Funktionalität und Dekorativität sowie zwischen Standardisierung und individueller Ausdruckskraft fanden. Damit legten sie den Grundstein für die ästhetische Prägung des modernen deutschen Schmuckdesigns. Die Ausstellung zeigt nicht nur die Schönheit der Objekte, sondern vermittelt auch den „Zeitgeist“, der ihre Entstehung antrieb. Vor hundert Jahren reagierten die Designer aus Idar-Oberstein mit innovativen Materialien und Formen auf tiefgreifende gesellschaftliche Umbrüche; heute steht die globale Industrie vor ähnlich grundlegenden Transformationen im Bereich nachhaltiger Entwicklung, digitaler Intelligenz und kultureller Identität. Ziel der Ausstellung ist es, eine Resonanz über Zeit und Raum hinweg zu schaffen: Wahre Designinnovation ist stets eine sensible Antwort auf die zentralen Fragen ihrer Zeit und zugleich deren mutige Gestaltung.

Gleichzeitig stellt diese Ausstellung einen wichtigen Bestandteil der internationalen und historischen Lehrpraxis innerhalb unseres Ausbildungssystems dar. Durch die unmittelbare Begegnung mit Originalwerken der Designgeschichte konnten Studierende und Lehrende über theoretisches Wissen hinausgehen und anschaulich nachvollziehen, wie sich der „Zeitgeist“ vor hundert Jahren in konkrete Materialien, Farben und Formensprachen übersetzte. Dies vertieft das Verständnis für Designsoziologie, technische Ästhetik und interkulturelle Vergleiche und schafft eine solide historische Grundlage für die Ausbildung von Designern, die die Zukunft mitgestalten können. Die Ausstellung fungiert dabei wie eine Brücke zwischen zwei „Zeitgeistern“: dem Pioniergeist der deutschen Industrieästhetik und des demokratischen Designs vor hundert Jahren sowie dem heutigen Bestreben Chinas, Deutschlands und der Welt, gemeinsam innovative, nachhaltige, intelligente und inklusive Lebensweisen zu entwickeln.

Diese Ausstellung ist nicht nur eine wertvolle Präsentation designhistorischer Objekte, sondern auch eine tiefgehende Reflexion über das Wesen von Innovation. Sie bietet den Besuchern einen authentischen Denkraum, um die Vergangenheit zu verstehen, die Gegenwart zu hinterfragen und die Zukunft zu gestalten, und unterstreicht zugleich das kontinuierliche Engagement unserer Hochschule für einen vertieften internationalen akademischen Dialog sowie für die Verbindung von Designgeschichte und zukünftiger Entwicklung.

Während der Ausstellung wurden insgesamt rund 300 Besucher aus der Hochschule und der Öffentlichkeit empfangen. Lehrende der Fakultät für Kunst und Design sowie der Fakultät für Modekunst und -technik führten zudem ein Fachgespräch mit Herrn Kersten, dem Vorsitzenden des Deutschen Verbands für Immaterielles Kulturerbe und Angewandtes Design. Dabei wurden Themen wie Talentförderung, Fachentwicklung, internationale Studienprogramme und Praxisformate intensiv diskutiert, und es konnte ein erster Konsens über zukünftige Kooperationsrichtungen erzielt werden.

Quelle: WeChat Official Account Beijing Institute of Fashion Technology

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