Jakob-Bengel-Stiftung feiert 25-jähriges Jubiläum
Am 17. Mai, dem Internationalen Museumstag, feierte die Jakob-Bengel-Stiftung in Idar-Oberstein ihr 25-jähriges Bestehen. Zahlreiche Gäste aus Politik, Kultur, Wissenschaft und Gesellschaft würdigten die Entwicklung der Stiftung, die sich in den vergangenen Jahrzehnten zu einem bedeutenden Ort der Industriekultur und des internationalen kulturellen Austauschs entwickelt hat.

Zu den Ehrengästen zählten Bundestagspräsidentin Julia Klöckner, Oberbürgermeister Frank Frühauf sowie die Präsidentin der Hochschule Trier, Dorit Schumann. In ihren Grußworten wurde die besondere Bedeutung der Stiftung für die Region, für die Denkmalpflege und für die kulturelle Zukunft Idar-Obersteins hervorgehoben.
Die Jakob-Bengel-Stiftung wurde im Mai 2001 gegründet, um das historische Ensemble der ehemaligen Modeschmuck- und Uhrkettenfabrik Jakob Bengel vor dem endgültigen Verfall zu bewahren. Heute gilt das Industriedenkmal als eines der bedeutendsten Zeugnisse der Schmuck- und Industriegeschichte in Europa. Die vollständig erhaltenen Produktionsanlagen, historischen Maschinen und Gebäude vermitteln bis heute eindrucksvoll die Arbeits- und Lebenswelt der regionalen Schmuckindustrie des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts.

Neben der Bewahrung des historischen Erbes hat sich die Stiftung in den vergangenen Jahren zunehmend als moderner Kultur- und Bildungsstandort etabliert. Internationale Ausstellungen, Künstlerresidenzen und die enge Zusammenarbeit mit der Hochschule Trier, insbesondere dem Campus Edelstein und Schmuck in Idar-Oberstein, verbinden Tradition mit zeitgenössischer Kunst und kreativem Austausch.
Aus Sicht der GIKG besitzt diese Zusammenarbeit eine besondere Bedeutung. Die Kooperation schafft nicht nur Möglichkeiten für die Ausbildung und Förderung junger Menschen, sondern bietet zugleich Raum für kreative Ideen, internationale Begegnungen und neue kulturelle Impulse. Gerade die Verbindung von Kunst, Bildung und internationalem Dialog eröffnet wichtige Perspektiven für die Zukunft der Region.
Im Rahmen der Veranstaltung wurde auch die erfolgreiche internationale Zusammenarbeit hervorgehoben. Durch die Kooperation mit TPI konnten Ting Zhang und Kersten Godeschwege dazu beitragen, die Marke Jakob Bengel auf der China Fashion Week zu präsentieren. Diese internationale Präsenz zeigt, wie regionale Industriekultur und modernes Design erfolgreich weltweit sichtbar gemacht werden können.

Peter Wenzel, Vorstand der Jakob-Bengel-Stiftung, unterstrich in diesem Zusammenhang die wichtige Rolle von Hochschulen und Universitäten als kreative Partner. Sie seien von zentraler Bedeutung für die zukünftige Entwicklung der Stiftung und lieferten wichtige Impulse für Innovation, Gestaltung und kulturelle Weiterentwicklung.
Auch Hochschulpräsidentin Dorit Schumann betonte die Bedeutung der Zusammenarbeit. Die Hochschule Trier sehe in der Jakob-Bengel-Stiftung einen wichtigen Partner auf dem Weg der Internationalisierung und der interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Kunst und Kultur.
Die Stiftung ruht dabei auf zwei wesentlichen Säulen: Zum einen steht der Erhalt des historischen Industriedenkmals mit seinen originalen Maschinenanlagen und Gebäuden im Mittelpunkt. Zum anderen widmet sich die Stiftung der Förderung zeitgenössischer Schmuckkunst und kultureller Projekte mit internationaler Ausrichtung.
Für die kommende Zeit plant die GIKG, weitere hochkarätige Kulturprojekte aus China in die Region zu bringen und den internationalen Austausch weiter auszubauen. Ziel ist es, neue Impulse für die regionale Wirtschaft zu schaffen und gleichzeitig Kunst und Kultur als verbindende Elemente zwischen Deutschland und China zu stärken.

Die GIKG sieht darin eine große Chance, den Standort Idar-Oberstein als Ort der Innovation, Kreativität und des kulturellen Mutes weiterzuentwickeln. Durch internationale Kooperationen, kreative Netzwerke und den Austausch junger Talente soll die Region nachhaltig gestärkt und international sichtbarer gemacht werden.
Die Jubiläumsveranstaltung machte deutlich, wie erfolgreich sich die Jakob-Bengel-Stiftung in den vergangenen 25 Jahren entwickelt hat — von einem bedrohten historischen Fabrikensemble hin zu einem lebendigen Zentrum für Industriekultur, Kunst, Bildung und internationalen Austausch.
Ein besonderer Dank gilt allen Förderern, Unterstützern, Ehrenamtlichen und Besuchern, die diesen Weg über viele Jahre begleitet und möglich gemacht haben.