„Zeitgeist · Chinesisch-Deutscher Thementag“ in Peking veranstaltet

【Peking】Am 21. März, während der China International Fashion Week 2026 (Frühjahr), wurde der „Zeitgeist · Sino-German Theme Day“ im 798·751 Kunstviertel in Peking erfolgreich durchgeführt.

Die Veranstaltung wurde gemeinsam von der China International Fashion Week (CFW), der Deutschen Gesellschaft für Immaterielles Kulturerbe und Angewandtes Design (GIKG) sowie der Beijing Taipu International Culture Co., Ltd. (TPI) organisiert und stellt nach dem deutsch-chinesischen Expertensymposium „Taiji ohne Grenzen · Globale Integration“, das am 1. Oktober 2025 im Olympischen Museum in Peking stattfand, einen weiteren wichtigen Schritt zur Vertiefung der kulturellen und industriellen Zusammenarbeit zwischen China und Deutschland dar.

Die Veranstaltung verlagerte den Fokus vom olympischen Geist hin zu einem Dialog zwischen Kultur und Industrie und zielte darauf ab, die Zusammenarbeit beider Länder in relevanten Bereichen weiter zu vertiefen.

Moderatoren des Dialogforums (von links nach rechts): Dr.med. Oliver Weichold, Ting Zhang, Shane Zhang.

Shane erklärte, dass China und Deutschland sich in geografischer, kultureller und wirtschaftlicher Hinsicht deutlich unterscheiden. Er beschrieb die Rolle von TPI als „kultureller Übersetzer“, der nicht nur Sprache, sondern auch Werte und Emotionen vermittelt, um gegenseitiges Verständnis zu fördern. Ziel der Veranstaltung sei es, die lange Handwerkstradition Deutschlands dem chinesischen Markt näherzubringen und zugleich chinesische Ästhetik über das Medium Mode auf die globale Bühne zu bringen.

Der stellvertretende Vorsitzende der China Fashion Designers Association, Xie Fangming, betonte die komplementären Stärken beider Länder in der Industrie. Er hob hervor, dass Chinas jahrtausendealtes immaterielles Kulturerbe und seine feine ästhetische Tradition hervorragend mit dem deutschen handwerklichen Präzisionsgeist und innovationsgetriebenen Ansatz harmonieren. Beide Seiten verfolgten gemeinsame Ziele in Bezug auf kulturelle Weitergabe und nachhaltige Entwicklung.

Er schlug vor, deutsche Präzisionstechnologien – etwa im Bereich der Edelsteinbearbeitung – mit der künstlerischen Gestaltungskraft chinesischen Schmucks zu verbinden, um durch die Kombination deutscher Qualitätsstandards und chinesischer Kreativität die Wertschöpfung zu steigern.

Der Vorsitzende der GIKG, Kersten Godenschwege, zeigte sich optimistisch hinsichtlich der Zusammenarbeit im Edelsteinsektor. Er verwies auf die lange Tradition und Expertise der deutschen Stadt Idar-Oberstein in der Edelsteinverarbeitung sowie auf das Marktpotenzial Chinas. Er plädierte für verstärkte Kooperationen mit chinesischen Hochschulen in den Bereichen Edelsteinschliff, Bewertung, Forschung und Schmuckdesign.

Chang Huixue, Forschungsdirektor am China Museum of Intangible Cultural Heritage, erklärte, dass die erfolgreiche Aufnahme des Frühlingsfestes in die UNESCO-Liste neue Chancen für internationale Kooperationen eröffnet habe. Das Museum plane eine Ausstellung zum immateriellen Kulturerbe des Frühlingsfestes, einschließlich Scherenschnitt und Neujahrsbildern, kombiniert mit modernen Ausstellungstechnologien.

Darüber hinaus sollen durch gemeinsame Forschung, Austauschprogramme und digitale Ressourcenplattformen neue Formen der kulturellen Zusammenarbeit entstehen, um innovative Ausdrucksformen zu entwickeln und die internationale Sichtbarkeit chinesischer Kultur zu erhöhen.

Jürgen Sewczyk, Vorstandsmitglied der Fernseh- und Kinotechnische Gesellschaft (FKTG), betonte die Bedeutung kultureller Kooperation in Zeiten technologischen Wandels. Bildung und Kultur seien entscheidend, um langfristige internationale Verbindungen aufzubauen. Er verwies zudem auf die historische Entwicklung der deutschen Medienlandschaft als Ergebnis wirtschaftlicher, politischer und technologischer Faktoren.

Der Dekan der Fakultät für Kunst und Design der Beijing Institute of Fashion Technology, Dr. Prof. Che Fei betonte, dass chinesische Altstädte nicht nur bauliche Strukturen, sondern Träger historischer Erinnerung und lebendiger Alltagskultur sind, weshalb ihre Erneuerung über reine Restaurierung hinausgehen muss und den Menschen in den Mittelpunkt stellt. Design solle dabei als „Übersetzer“ wirken, der traditionelle kulturelle Elemente in zeitgemäße, erfahrbare Lebensformen überführt und so den Wandel von räumlicher Erneuerung hin zu kultureller Revitalisierung ermöglicht.

Dr. med. Oliver Weichold, Gesundheitsexperte der RWE-Gruppe, analysierte die Bedeutung der Taiji-Kultur für moderne Gesundheitskonzepte. Er erläuterte, wie Prinzipien wie Yin-Yang-Balance und die Verbindung von Bewegung und Ruhe zur Stressbewältigung und Förderung der Gesundheit beitragen können. „Taiji ist nicht nur eine Bewegung, sondern eine Lebensphilosophie“, betonte er.

Prof. Dr. Chen Xiaohua, Leiter des Instituts für Lifestyle-Design an der Beijing Institute of Fashion Technology, rief dazu auf, die „Wertverbindung“ zwischen den Kulturen zu stärken. Er plädierte für eine Transformation traditioneller Kultur in erlebbare Dienstleistungen im Kultur- und Tourismussektor sowie für interaktive Plattformen zur Überbrückung kultureller Unterschiede.

Der chinesische Meister des Kunsthandwerks Zhang Tiecheng erläuterte die spirituelle Bedeutung der chinesischen Jadenkultur. Diese stehe seit jeher für moralische Werte wie Integrität, Bescheidenheit und Standhaftigkeit und werde heute durch innovative Ansätze in das moderne Leben integriert.

Feng Tingting, General Manager der internationalen Abteilung von Zhonggong Education, betonte, dass nachhaltige Zusammenarbeit letztlich auf Talentförderung basiert. Durch integrierte Ausbildungsmodelle und internationale Standards sollen Barrieren abgebaut und ein koordiniertes System zwischen Regierung, Wirtschaft und Bildung geschaffen werden.

Der Dokumentarfilmer Zhang Ledi teilte seine Perspektiven zur urbanen Erzählweise. Sein Team habe sich von statischen Darstellungen Pekinger Hutongs hin zu audiovisuellen Formaten entwickelt, um die lebendige Atmosphäre und emotionale Dimension des städtischen Alltags einzufangen.

Zusätzlich wurden per Live-Schaltung internationale Experten zugeschaltet, darunter: Claudio Milisenda (DSEF), Hans-Peter Wenzel (Jakob Bengel Stiftung). Yorca Schmidt-Junker (Kultur- und Kunstjournalistin Köln), Mikael Moshfeghi ( Universität zu Köln). Sie hielten Vorträge zu Themen wie Edelsteinforschung in Idar-Oberstein, Industriekultur des Jakob Bengel Museums, Rheinregion als europäischer Mode- und Kunstkorridor, Geschichte und Zukunft des Markenrechts.

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