Index der internationalen Austauschzentren 2025
Quelle: Beijing Youth Daily, 24. September, Lei Jia
Am 24. September veröffentlichten das Institut für Entwicklungsplanung Chinas an der Tsinghua-Universität und Deloitte China gemeinsam den Bericht „Index der internationalen Austauschzentren 2025“. In der aktuellen Bewertung ist Beijing im Vergleich zum Vorjahr um einen Platz aufgestiegen und belegt nun weltweit den sechsten Rang.
Der Index der internationalen Austauschzentren wird in diesem Jahr zum dritten Mal veröffentlicht. Das diesjährige Forschungsthema konzentriert sich auf die „Chancen und Herausforderungen, denen internationale Austauschzentren im Kontext der Deglobalisierung begegnen“. Die Studie analysiert eingehend, wie internationale Handelskonflikte, geopolitische Risiken und weitere Faktoren die Entwicklung solcher Städte beeinflussen, und untersucht, wie international ausgerichtete Metropolen dank ihrer hohen Anpassungsfähigkeit neue Entwicklungsmöglichkeiten erschließen können.



Der Bericht baut weiterhin auf dem theoretischen Rahmen der drei grundlegenden Dimensionen Attraktivität, Einflusskraft und Vernetzungsfähigkeit auf. Zugleich wurde die Analyse im Hinblick auf die Auswirkungen der Deglobalisierung erweitert. Darüber hinaus wurde die Zahl der bewerteten Städte auf fünfzig erhöht, wobei der Anteil von Städten aus Entwicklungsländern deutlich gestiegen ist.
Professor Yang Yongheng, Direktor des Instituts für Entwicklungsplanung Chinas an der Tsinghua-Universität und Professor an der School of Public Administration, stellte die wichtigsten Forschungsergebnisse des Projekts im Namen des Forschungsteams vor.
Nach den Ergebnissen dieser Bewertungsrunde gehören zu den zehn führenden Städten weltweit in der Reihenfolge ihrer Platzierung: London, Paris, New York, Seoul, Singapur, Beijing, Hongkong, Shanghai, Tokio sowie San Francisco und Bangkok (beide auf Rang zehn). Im Vergleich zur letzten Bewertung bleiben London, Paris und New York weiterhin die drei führenden Städte. Seoul gelang es dank deutlicher Fortschritte in den Bereichen technologische Innovation und wirtschaftlicher Austausch erstmals, unter die ersten fünf zu gelangen und Rang vier zu erreichen. Beijing stieg aufgrund seiner verbesserten Standortqualität, der Erholung des internationalen Tourismus, der Stärkung seiner technologischen Innovationskraft und der verbesserten Verkehrsanbindung um einen Platz auf Rang sechs. Shanghai machte durch Fortschritte in den Bereichen Wirtschaft, Kultur, Bildung sowie durch die Erholung des internationalen Tourismus einen Sprung vom elften auf den achten Platz und gehört damit erstmals zu den Top Ten. Singapur und San Francisco behielten ihre Platzierungen bei, während Hongkong um drei Ränge auf Platz sieben und Tokio um einen Rang auf Platz neun zurückfielen.
Im Detail zeigt sich, dass Beijing in der Kategorie Attraktivität einen bemerkenswerten Sprung von Platz zweiunddreißig auf Platz dreizehn machte. Dies ist vor allem auf den starken Anstieg der Zahl ausländischer Besucher zurückzuführen – im Jahr 2024 empfing Beijing 3,123 Millionen internationale Touristen, was einem Zuwachs von 187,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht und den dritten Platz unter den analysierten Städten bedeutet. Gleichzeitig stieg Beijings globaler Index für Start-up-Ökosysteme von Rang sechs auf Rang fünf. In der Kategorie Einflusskraft behauptet Beijing weiterhin Rang zwei und erreichte in der Unterkategorie technologische Innovationerstmals Rang eins, womit die Stadt San Francisco überholte. In der Dimension Vernetzungsfähigkeit bleibt Beijing unverändert auf Rang fünfzehn.
Aus der Indexbewertung lassen sich mehrere zentrale Trends ableiten:
Erstens steht die internationale Bedeutung einer Stadt in engem Zusammenhang mit der Größe ihrer Wirtschaft, doch ihr langfristiges Entwicklungspotenzial hängt in hohem Maße von der effektiven Nutzung des sogenannten „Bevölkerungsqualitätsdividende“ ab – also vom Bildungs- und Innovationspotenzial der Bevölkerung.
Zweitens zeigen Städte mit mehrpoligen, dezentralen Strukturen eine höhere Widerstandsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit gegenüber den Herausforderungen der Deglobalisierung. Mit dem weiteren Ausbau der Informationsinfrastruktur und der zunehmenden Vernetzung globaler Stadtstrukturen entwickelt sich in immer mehr Ländern ein multizentrisches, netzwerkbasiertes urbanes System.
Drittens führt die wachsende Diversifizierung und Differenzierung urbaner Entwicklungsmodelle dazu, dass Städte im Vergleich zu Nationalstaaten flexibler auf deglobalisierende Tendenzen reagieren können. Eng miteinander verbundene urbane Netzwerke schaffen ein Beziehungsgeflecht gegenseitiger Abhängigkeit und Ergänzung – ein Gefüge, das zu einer stabilen Verteidigungslinie gegen die Wellen der Deglobalisierung geworden ist.